Warum heißt meine Handschrift „Philografie“?
Meine Handschrift,meine Kunst heißen Philografie, weil der Begriff „Handschrift“ im allgemeinen Sprachgebrauch und in der ästhetischen Praxis meist auf das sichtbare Schriftbild reduziert wird – also auf Form, Lesbarkeit und Gestaltung. Meine Arbeit setzt jedoch genau dort an, wo diese Reduktion nicht mehr trägt: im Vollzug des Schreibens selbst.
Meine Kunst basiert auf der Ausdruckskraft der Handschrift, aber nicht im Sinne eines optimierten oder stilisierten Schriftbildes, sondern im Sinne eines körperlich-neuronalen Ereignisses von Schriftentstehung. Entscheidend ist nicht, wie etwas aussieht, sondern wie es geschieht.
Der Begriff Philografie bezeichnet genau diesen Schwerpunkt: „Philo-“ im Sinn von Hinwendung, Aufmerksamkeit, Zuwendung zum Phänomen /„-grafie“ im Sinn des Schreibens als Bewegung und Spur.
Philografie ist damit nicht die Gestaltung von Schrift, sondern die Beobachtung, Sichtbarmachung und künstlerische Verdichtung des Schreibakts selbst.
Meine Arbeit unterscheidet sich von Kalligrafie dadurch grundlegend: Während Kalligrafie das Schriftbild als Ergebnis bewusst gestaltet, entsteht in der Philografie das Werk im Moment der Bewegung. Die Schrift ist nicht Ziel, sondern Spur eines lebendigen Vollzugs.
Die sogenannte „Handschrift“ ist dabei nicht Dekor und nicht Stil, sondern Ausdruck eines einzigartigen Zusammenspiels von Körper, Gehirn und Zeit. Genau diese Ausdruckskraft interessiert mich – nicht ihre Normierung oder ästhetische Glättung.
Ich verwende daher den Begriff Philografie, um deutlich zu machen:
- dass es nicht um Schönschrift geht
- dass es nicht um Gestaltung im klassischen Sinn geht
- sondern um Schreiben als Ereignis von Ausdruck
Philografie ist die Kunst, Schreiben nicht als Darstellung von Schrift zu verstehen, sondern als sichtbar werdenden Denk- und Bewegungsprozess.
Oder in einem Satz: Ich nenne meine Kunst Philografie, weil nicht das Schriftbild mein Werk ist, sondern der lebendige Vollzug, aus dem es entsteht.
Handschrift muss sprechen! Heißt es. Ich bringe jeden einzelnen Buchstaben zum Reden! Klicken und scrollen Sie sich durch den lustvollen Umgang mit dem Wort auf meine Weise. Das ist Schreiben. Das ist Handschrift. In jeder Beziehung.Begriffsklärung: Philo>die Liebe zum – Graphie>Schreiben
Visuelle Poetik ist ein Sammelbegriff für alle Arten von Poetik bei denen die visuelle Präsentation eines Textes ein wesentliches Element der künstlerischen Konzeption darstellt. Philografie ist KEINE Kalligrafie und keine typographische Kunstformen (Handlettering), sondern eine neue Form des interpretativen Schreibens.
Hier die Entstehung von Angelika und Bernd
Hier ein Video zum Einblick in die Kunst der Philographie
PDF Für eine interdisziplinäre Poetik …(Autor-Pseudonym/Vorab-Manuskript)